In Nachlässen, Dachböden, Kellern und Garagen liegen die meisten Sammlungen, die irgendwann jemand zu Geld machen will. Und fast immer stellt sich dabei dieselbe Frage: Wie viel ist das wert – und lohnt sich der Verkauf überhaupt? Dieser Beitrag hilft beim Einordnen, bevor Sie die Kisten ausräumen.
Typische Fundstücke
Am häufigsten finden sich beim Aussortieren drei Sorten Sammlungen:
- Figuren ohne Kartons. In Losen zusammengewürfelt, von denen viele Figuren abgenutzt sind. Ertrag bringt das, ist aber in aller Regel keine lohnende Sammlung.
- Figuren mit Kartons, aber durcheinander. Der wertvollste und häufigste Fall: Hier schlummern oft gängige Figuren in gutem Zustand, ergänzt um die ein oder andere Seltenheit.
- Komplette Serien mit Originalverpackung. Der seltene, aber lukrative Fall – hier sind die Margen am größten.
In allen drei Fällen ist der erste und wichtigste Schritt derselbe: sortieren, nicht schätzen. Sie müssen nicht wissen, was eine Figur wert ist. Sie müssen nur wissen, was Sie haben.
In vier Schritten zur verwertbaren Sammlung
- Aussortieren. Weg damit, was eindeutig beschädigt ist: abgebrochene Arme, starke Farbabriebe an Gesicht und Kopf, bemalte Füße. Das sind die Stücke, die Ihren Durchschnittswert am meisten drücken.
- Nach Typ sortieren. Legen Sie Normalschlümpfe, Superschlümpfe, Rohlinge, Gebäude und Werbeartikel in getrennte Stapel. Gebührenlose Verpackungskisten oder beschriftete Kartons genügen.
- Zustand markieren. Bilden Sie einen Stapel „gut“ und einen Stapel „mit Gebrauchsspuren“. Das macht die Einschätzung später deutlich schneller.
- Verpackung sichern. Legen Sie die Originalkartons in die Sammlung. Fehlende Kartons senken den Wert, und Originalkartons wiederzubekommen ist im Nachhinein fast unmöglich.
Wenn Sie das erledigt haben, machen Sie Fotos. Eine Gesamtaufnahme je Stapel plus Detailaufnahmen von allem, was Ihnen wichtig oder ungewöhnlich vorkommt, reicht für eine erste Einschätzung völlig aus.
Was beim Verkauf einer geerbten Sammlung anders ist
Ein Nachlass bringt oft eine Erbschaftsfrage mit sich, die man nicht unterschätzen sollte: Darf eine Sammlung verkauft werden, und wem gehört der Erlös? Formell klären Sie das am besten vorab mit der zuständigen Person oder Testamentvollstreckerin. Ich bin an dieser Frage nicht beteiligt und trete nur mit der Person in Kontakt, die den Verkauf beauftragt.
Falls Sie Figuren aus einem Nachlass aussortieren, weil die Erben sie nicht haben wollen: verschenken oder entsorgen Sie sie nicht unüberlegt. Viele Stücke haben für andere Sammler einen realen Wert, und eine Vermittlung an Interessierte ist kostenlos. Rufen Sie einfach an und fragen Sie nach.
Weil ich weiß, dass fast jede Figur von Sammlern irgendwo auf der Welt gesucht wird, halte ich Kontakte zu Sammlern in der ganzen Welt. Viele dieser Käufer werden persönlich, nicht über eBay.
Garagenfunde: worauf es ankommt
In einer Garage oder auf einem Dachboden liegen die Figuren oft seit Jahrzehnten. Das ist ein Glück – aber die Lagerbedingungen sind nicht immer gut. Prüfen Sie die Sammlung auf:
- Frost, Hitze und Feuchtigkeit – davon werden Kunststoffe dauerhaft spröde und verlieren Farbe
- Staub und Nagetiere – beides hinterlisiert auch unbeschädigte Stücke
- Direkte Sonneneinstrahlung – bleicht Farben dauerhaft aus
Wenn die Figuren sichtbar beschädigt sind, weil sie 20 Jahre in einer feuchten Garage lagen, ist das kein Ausschlusskriterium. Beschädigte Stücke haben meist keinen Wert mehr für die private Sammlung, aber für den Auftragsverkauf sind sie durchaus noch interessant. Eine kurze Einschätzung bekommen Sie trotzdem.
Was Sie von mir bekommen
Nach den Fotos erhalten Sie innerhalb von 24 Stunden eine Einschätzung: einmal die Zahl, die ein Festpreis wäre, und einmal die Einschätzung, was ein Auftragsverkauf bringen kann. Sie entscheiden in Ruhe, ohne Verpflichtung. Und wenn Sie gar nicht verkaufen wollen, sondern nur wissen möchten, ob sich das überhaupt lohnt, beantworten wir diese Frage genauso.